Terra Corsica · Regionen
Die Südküste Korsikas
Zwischen dem Golf von Valinco, den Kalkklippen von Bonifacio und den Buchten von Porto-Vecchio liegen Hafenstädte, Megalithstätten, lange Sandstrände und ein gebirgiges Hinterland.
Redaktionell geprüft: 23. Juli 2026
Abgrenzung: Diese Beschreibung folgt der Küste von Propriano und dem Sartenais über Bonifacio bis Porto-Vecchio und bezieht das unmittelbar anschließende Bergland der Alta Rocca ein. Die Region ist landschaftlich zweigeteilt: Im Westen dominieren Granit, Macchia und offene Buchten; bei Bonifacio treten helle Kalkklippen auf. Östlich davon folgen Lagunen, flache Buchten und die bekannten Sandstrände des Golfs von Porto-Vecchio.
Orte und touristische Höhepunkte
Die Distanzen sind überschaubar, die Fahrzeiten wegen schmaler und kurvenreicher Straßen jedoch häufig länger als erwartet.
Propriano und Campomoro
Propriano ist Hafen- und Badeort am tief eingeschnittenen Golf von Valinco. Der Ort selbst dient vor allem als Ausgangspunkt für Strände, Bootstouren und das Hinterland. Südlich liegt Campomoro mit einer großen genuesischen Küstenbefestigung und dem Beginn eines ausgedehnten Küstenwandergebiets.
- Hafenpromenade und Stadtstrand von Propriano
- Thermalquelle von Baracci bei Olmeto
- Genueserturm und Küstenpfade bei Campomoro
Sartène, Cauria und Roccapina
Sartène liegt nicht direkt am Meer, ist aber das historische Zentrum des Südwestens. Die Altstadt steigt über der Place Porta in engen Granitgassen an. Im Umland liegen die Menhirreihen von Cauria, der Dolmen von Funtanaccia und die Felsformation „Löwe von Roccapina“ über einer geschützten Bucht.
- Altstadtviertel U Petraghju und Kirche Sainte-Marie
- Prähistorisches Museum in Sartène
- Cauria, Palaggiu und A Casa di Roccapina
Bonifacio und die Lavezzi-Inseln
Bonifacio liegt auf einem schmalen Kalkplateau über einem fjordartigen Naturhafen. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die Zitadelle, der Bastion de l’Étendard, der Meeresfriedhof und die in den Fels geschlagene Treppe des Königs von Aragón mit 187 Stufen. Vom Klippenweg Campu Rumanilu reicht der Blick über die Bouches de Bonifacio bis Sardinien.
Die vorgelagerten Lavezzi-Inseln gehören zu einem geschützten Naturraum. Ausflugsboote fahren saisonal ab Bonifacio; an Land gibt es weder Gastronomie noch verlässliche Infrastruktur. Wasser, Sonnenschutz und Rückfahrzeit sind daher vor Abfahrt zu klären.
Porto-Vecchio
Porto-Vecchio ist heute das größte touristische Zentrum des Südens. Sehenswert sind die Reste der genuesischen Befestigung, die Altstadt um die Place de la République und der Blick vom Bastion de France. Die ehemaligen Salinen am Golf erklären den Beinamen „Stadt des Salzes“.
- Altstadt und Bastion de France
- Jachthafen und Salinenlandschaft
- Ausgangspunkt für Palombaggia, Santa Giulia und Alta Rocca
Alta Rocca und Bavella
Das Bergland beginnt unmittelbar hinter Porto-Vecchio. Die Straße über den Forêt de l’Ospédale führt nach Zonza und weiter zum Col de Bavella. Granitnadeln, Laricio-Kiefern, Kastanienwälder und Dörfer wie Levie, Quenza und Sainte-Lucie-de-Tallano prägen die Region.
- Stausee und Wald von Ospédale
- Aiguilles und Col de Bavella
- Bronzezeitliche Anlagen Cuccuruzzu und Capula
Gebirge, Flüsse und Landschaften
Meer und Hochgebirge liegen nah beieinander; Wetter und Wasserführung können sich auf kurzer Distanz deutlich unterscheiden.
Bavella und Incudine
Die Aiguilles de Bavella bilden ein zerklüftetes Granitmassiv über dem gleichnamigen Pass. Weiter westlich erreicht der Monte Incudine 2.134 Meter. Hier verlaufen der GR 20 und mehrere markierte Tagestouren.
Ospédale und Cagna
Der Ospédale-Wald und sein Stausee liegen oberhalb des Golfs von Porto-Vecchio. Südwestlich erhebt sich das Cagna-Massiv mit Tafoni-Verwitterungen und der markanten Punta d’Ovace.
Plateau du Cuscione
Das Hochplateau oberhalb von Quenza ist von Pozzinen – wasserreichen, von Bächen durchzogenen Rasenflächen – geprägt. Es ist Weidegebiet und Ausgangspunkt für Bergwanderungen.
Rizzanese
Der Rizzanese entwässert Teile der Alta Rocca zum Golf von Valinco. Er passiert das Gebiet von Sartène und mündet bei Propriano; im Hinterland wird er unter anderem für Canyoning und saisonale Kanufahrten genutzt.
Ortolo und Taravo
Der Ortolo durchquert das landwirtschaftlich geprägte Tal südlich von Sartène und erreicht bei Erbaju die Westküste. Der längere Taravo mündet nördlich des Golfs von Valinco und gehört zum Übergangsraum Richtung Ajaccio.
Cavu und Solenzara
Östlich der Alta Rocca sind Cavu und Solenzara für Felsbecken bekannt. Sie liegen bereits nördlich des engeren Südküstenabschnitts, sind aber von Porto-Vecchio gut erreichbar. Nach Starkregen, bei Hochwasser oder amtlichen Sperren ist Baden zu unterlassen.
Sicherheit an Flüssen
Felsbecken sind keine überwachten Badeanlagen. Wasserstand, Strömung und Keimbelastung können sich kurzfristig verändern. Vor Ort Verbote beachten und die aktuellen Messwerte der französischen Badewasserkarte prüfen.
Strände der Südküste
In Juli und August sind Zufahrten und Parkplätze an den bekannten Buchten früh ausgelastet. Frühling und Herbst sind ruhiger, aber nicht alle Betriebe sind geöffnet.
| Strand | Lage | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Cupabia | Nördlich des Valinco | Breite, relativ naturbelassene Sandbucht | Begrenzte Infrastruktur außerhalb der Saison |
| Campomoro | Südwestlich von Propriano | Geschützte Bucht mit Dorf und Genueserturm | Guter Ausgangspunkt für Küstenwanderungen |
| Roccapina | Zwischen Sartène und Bonifacio | Helle Sandbucht unter Granitfelsen | Letzte Zufahrt unbefestigt; Fahrzeug und Zustand prüfen |
| La Tonnara | Westlich von Bonifacio | Offene Bucht, beliebt bei Wind- und Kitesurfern | Bei Westwind oft unruhiges Wasser |
| Rondinara | Zwischen Bonifacio und Porto-Vecchio | Fast geschlossene, flache Bucht mit feinem Sand | Im Hochsommer stark besucht |
| Santa Giulia | Südlich von Porto-Vecchio | Flaches, meist ruhiges Wasser und Wassersport | Familiengeeignet, entsprechend hohe Auslastung |
| Palombaggia | Südöstlich von Porto-Vecchio | Feiner Sand, Pinien, rote Felsen und Blick auf Cerbicale-Inseln | Parkregelung und saisonale Shuttles vorab prüfen |
| Tamaricciu | Südlicher Anschluss an Palombaggia | Kleinere Abschnitte zwischen Felsen und Pinien | Zugang und Parkraum begrenzt |
Wanderwege
Die Angaben dienen der Einordnung, nicht der Navigation. Karte, Wetter, Waldbrandlage und lokale Sperrungen müssen vor jeder Tour geprüft werden.
Campu Rumanilu – Pertusato
Der Küstenpfad beginnt bei Bonifacio und folgt den Kalkklippen in Richtung Leuchtturm und Strand Saint-Antoine. Kaum Schatten; Abstand zur Abbruchkante halten.
Campomoro – Senetosa
Das Küstengebiet verbindet Granitbuchten, Macchia und mehrere Genuesertürme. Möglich sind kurze Rundwege ebenso wie längere Etappen; wenig Schatten und kaum Versorgung.
Sentier des Bruzzi
Rundweg auf der gleichnamigen Halbinsel westlich von Bonifacio. Der Pfad führt durch niedrige Macchia zu kleinen Buchten und windgeformten Granitfelsen.
Trou de la Bombe
Vom Col de Bavella führt ein populärer Waldweg zu einem großen Felsloch. Der Schlussabschnitt ist felsig; der Durchstieg selbst ist nicht für alle Besucher geeignet.
Piscia di Ghjaddu
Vom Ospédale-Gebiet führt ein Weg durch Wald und Granitlandschaft zum Wasserfall. Der untere Abschnitt ist steil und kann rutschig sein; feste Schuhe sind erforderlich.
Mare a Mare Sud
Der regionale Fernweg verbindet Porto-Vecchio und Propriano durch die Alta Rocca. Die offizielle Route umfasst etwa 73 Kilometer in fünf Tagesetappen mit einfachen Etappenunterkünften.
Archäologie und Baukultur
Der Südwesten besitzt eine ungewöhnlich hohe Dichte an prähistorischen Fundplätzen.
Filitosa
Die Anlage bei Sollacaro vereint Statuenmenhire, Torre-Bauten und Siedlungsspuren aus mehreren Epochen. Sie liegt etwas nördlich des Valinco, gehört aber zu den wichtigsten archäologischen Zielen Südkorsikas.
Cauria und Palaggiu
Bei Cauria stehen die Alignements von I Stantari und Rinaghju sowie der gut erhaltene Dolmen von Funtanaccia. Palaggiu bildet eine weitere große Menhirgruppe im Raum Sartène.
Cuccuruzzu und Capula
Cuccuruzzu ist eine befestigte Siedlung der Bronzezeit in einem natürlichen Granitchaos. Der Rundgang schließt die mittelalterlichen Reste von Capula ein und vermittelt zugleich die Landschaft der Alta Rocca.
Zitadellen und Genuesertürme
Bonifacios Festungsanlagen kontrollierten die Meerenge zu Sardinien. Entlang der Westküste markieren Türme bei Campomoro, Senetosa, Tizzano und Roccapina das frühneuzeitliche Beobachtungssystem.
Restaurants: sachliche Auswahl
Die Auswahl folgt dem Guide Michelin, Stand Juli 2026. Auszeichnungen, Öffnungstage und Menüs können sich ändern; Reservierung und direkte Bestätigung sind besonders in der Saison erforderlich.
Finestra by Italo Bassi
Italienisch-mediterrane Küche mit korsischen Produkten am Hafen von Bonifacio. Gehobenes Preisniveau.
Casadelmar
Moderne mediterrane Küche in einem Hotel oberhalb des Golfs von Porto-Vecchio. Sehr gehobenes Preisniveau.
La Table de la Ferme
Im Domaine de Murtoli; moderne korsische Küche mit vielen Produkten aus dem eigenen Gut. Sehr gehobenes Preisniveau.
La Table de Mina
Saisonal ausgerichtete, moderne Mittelmeerküche mit korsischen Produkten an der Route de Palombaggia.
Da Passano
Korsisch geprägte Küche am Hafen; im Guide Michelin als ausgewähltes Restaurant geführt. Mittleres bis gehobenes Preisniveau.
Santu Pultru
Traditionelle Küche im Raum Sartène; sinnvoll für Reisende, die eine weniger formelle Alternative zu den Gourmetrestaurants suchen.
Reiseplanung
Beste Zeit
Mai, Juni, September und Anfang Oktober eignen sich meist gut für eine Kombination aus Küste, Orten und Wanderungen. Im Hochsommer sind Strände voll, Parkplätze knapp und Bergtouren wegen Hitze und Waldbrandgefahr stärker eingeschränkt.
Standorte
Propriano erschließt Valinco und Sartène. Bonifacio ist günstig für Klippen, Lavezzi und den äußersten Süden. Porto-Vecchio eignet sich für Strände und Tagesfahrten nach Ospédale, Zonza und Bavella.
Verkehr
Ein Auto erleichtert die Erkundung deutlich. Zwischen Porto-Vecchio, Bonifacio und Figari bestehen regionale Busangebote, doch abgelegene Strände, Megalithstätten und Bergziele sind damit nur eingeschränkt erreichbar.
Waldbrandgefahr
In der Trockenzeit können Waldgebiete und Wanderwege gesperrt werden. Die tagesaktuelle Risikokarte ist verbindlicher als ältere Tourenbeschreibungen.
Badewasser
Für Meer und Flüsse veröffentlicht das französische Gesundheitsportal Ergebnisse einzelner Messstellen. Nach Starkregen sind Flüsse besonders kritisch.
Wetter und Ausrüstung
Auf den Klippen fehlen Schatten und Wasserstellen; in Bavella können Nebel, Gewitter und Temperaturstürze auftreten. Wasser, Sonnenschutz, feste Schuhe und eine Offline-Karte gehören zur Grundausstattung.



